Aktie

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S. auch Geschichte der Aktien und Geschichte der Börse

Aktien sind Wertpapiere. Mit dem Kauf einer Aktie beteiligt sich der Anleger am Grundkapital und wird somit Teileigentümer am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft. Zugleich erwirbt der Aktionär eine Reihe von Rechten - insbesondere einen Anspruch auf Beteiligung am Jahresgewinn (s. Dividende). Die Rechte werden durch das Aktienrecht geschützt. Wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass sich das Risiko des Aktionärs auf seine Einlage beschränkt; im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsformen kann er bei einem Konkurs der Aktiengesellschaften nicht darüber hinaus belangt werden.

Aktien werden an Börsen zum jeweiligen Tageskurs gehandelt. Die Entwicklung des Aktienkurses hängt von verschiedenen Faktoren ab – vom Unternehmenserfolg, von der Situation der Märkte, vom allgemeinen Börsenklima. Daher muss generell mit grösseren Kursschwankungen (s. auch Volatilität) gerechnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Aktien-Begriffe

Im Kontext von Aktien gibt es eine Reihe von Begriffen zu beachten. So gibt es den Nennwert (oder Nominalwert). Das ist der ursprüngliche Wert, der bei der Emission auf die Aktie gedruckt wurde. "Gedruckt" ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn heute werden Aktien nur noch selten auf Papier gedruckt und sind beinahe ausschliesslich in elektronischer Form vorhanden. Wie auch immer: Fälschlicherweise wird der Nennwert häufig als Minimalwert einer Aktie gehalten. Vielmehr ist eine Aktie so viel Wert, wie für sie an der Börse bezahlt wird. Dabei spricht man von Aktienkurs, Aktienpreis, Börsenkurs, Tageskurs oder Kurswert.

Namenaktien werden auf eine bestimmte Person ausgestellt, die im Aktienregister eingetragen sind. Nur der namentlich eingetragene Aktionär kann die Rechte aus dem Wertpapier geltend machen. Bei sogenannten "vinkulierten Namenaktien" kann der Eintrag ins Aktienregister vom Verwaltungsrat unter bestimmten, statutarisch festgelegten Bedingungen, erschwert werden. So kann zum Beispiel eine dieser Bedingungen lauten, dass kein Aktionär mehr als fünf Prozent der Aktien besitzen darf.

Bei Inhaberaktien sind die Eigentümer der Aktien nicht namentlich bekannt. Der aktuelle Besitzer des Wertpapieres ist der Eigentümer. Für den normalen Kleinaktionär spielt der Unterschied zwischen Inhaber- und Namenaktien faktisch keine Rolle. Beide haben die gleichen Rechte: Das Stimmrecht an der Generalversammlung und die Dividende.

Im Normalfall bedeutet eine Aktie eine Stimme an der Generalversammlung der Aktiengesellschaft. Bei so genannten Stimmrechtsaktien aber, besteht die Möglichkeit, diese mit einem Mehrfachen des Stimmrechts auszustatten. Wenn nur eine Kategorie von Aktien besteht (Inhaber- oder Namenaktie), würde ein Teilnehmer mit einem 51-Prozent-Aktienanteil an einer Generalversammlung faktisch alleine bestimmen. Mit Stimmrechtsaktien genügt ein deutlich geringerer Aktienanteil für die Dominanz, können diese doch eine bis zu zehn Mal höhere Stimmkraft aufweisen.

Neben den "normalen" Aktien gibt es bei einzelnen Unternehmen zwei weitere Beteiligungspapiere: Partizipationsscheine (PS) mit Nennwert und Genussscheine (GS) ohne Nennwert. Inhaber von PS und GS haben an der Generalversammlung kein Stimmrecht. Sie erhalten aber wie die Aktionäre eine allfällige Dividende.

Wert einer Aktie

  • Der Buchwert einer Aktie berechnet sich als: Eigenkapital / Anzahl der Aktien
  • Der Börsenwert eines Unternehmens errechnet sich als: Anzahl der Aktien * Börsenkurs

So weit, so gut. Die Frage nach dem Preis, Wert oder Kurs einer Aktie ist im Grunde genommen die Frage nach dem Wert des entsprechenden Unternehmens. Die simpelste, wenn auch etwas gar vordergründige Antwort lautet: So viel der Markt bezahlt. Für Anleger, die sich damit nicht zufrieden geben, haben Wissenschaftler eine ganze Reihe von Preisfindungs- und Prognosemethoden hervorgebracht: Beim subjektiven, technischen Ansatz wird versucht, den künftigen Kurs einer Aktie aufgrund des Kursverlaufes in der Vergangenheit, anhand der Charts (s. auch Charttechnik), zu prognostizieren. Anders verhält es sich beim objektiven, fundamentalen Ansatz: Der Unternehmenswert und damit der Wert einer Aktie wird hier aufgrund objektiver wirtschaftlicher Kriterien eruiert (s. auch Fundamentalanalyse). Das geschieht in der Regel durch die Schätzung der zukünftigen Erträge des Unternehmens und den Vergleich mit Mitbewerbern aus der Branche.

Vorteile/Chancen

  • Längerfristig attraktives Renditepotenzial
  • Gewinnbeteiligung durch Dividendenzahlung
  • Hohe Flexibilität durch Börsenhandel
  • Möglichkeit der Belehnung

Nachteile/Risiken

  • Starke Kursschwankungen
  • Schwankung der Dividende
  • Totalverlust bei Konkurs des Unternehmens

Aktiengattungen

Das moderne Aktienrecht überlässt es dem Unternehmen, alle Aktionäre gleich zu behandeln (Prinzip der Einheitsaktie) oder an verschiedene Aktionäre unterschiedliche Arten von Aktien auszugeben.

Unterscheidung nach Stimmrecht:

Unterscheidung nach Übertragbarkeit:

  • Inhaberaktien (übliche Form der Aktie, die auf den jeweiligen Inhaber lautet und leicht übertragen werden kann)
  • Namensaktien (Aktien, bei denen der Aktionär im Unternehmensbuch verzeichnet ist), darunter

Sonstiges: Des Weiteren ist es rechtlich möglich, verschiedene Formen der Aktie zu mischen und beispielsweise Stammaktien als vinkulierte Namensaktien zu emittieren und gleichzeitig Vorzugsaktien in Form von Inhaberaktien auszugeben.

Situation in der Schweiz

Die Aktie ist im Artikel 622 ff. des OR wie folgt erläutert:

Art. 622
  1. Die Aktien lauten auf den Namen oder auf den Inhaber.
  2. Beide Arten von Aktien können in einem durch die Statuten bestimmten Verhältnis nebeneinander bestehen.
  3. Die Statuten können bestimmen, dass Namensaktien später in Inhaberaktien oder Inhaberaktien in Namensaktien umgewandelt werden sollen oder dürfen.
  4. Der Nennwert der Aktie muss mindestens 1 Rappen betragen.
  5. Die Aktientitel müssen durch mindestens ein Mitglied des Verwaltungsrates unterschrieben sein. Die Gesellschaft kann bestimmen, dass auch auf Aktien, die in großer Zahl ausgegeben werden, mindestens eine Unterschrift eigenhändig beigesetzt werden muss.
Art. 623
  1. Die Generalversammlung ist befugt, durch Statutenänderung bei unverändert bleibendem Aktienkapital die Aktien in solche von kleinerem Nennwert zu zerlegen oder zu solchen von größerem Nennwert zusammenzulegen.
  2. Die Zusammenlegung von Aktien bedarf der Zustimmung des Aktionärs.
Art. 624
  1. Die Aktien dürfen nur zum Nennwert oder zu einem diesen übersteigenden Betrage ausgegeben werden. Vorbehalten bleibt die Ausgabe neuer Aktien, die an Stelle ausgefallener Aktien treten.

Quellen

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