Anlagegrundsätze

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 S. auch Trading-Fallen, Börsenpsychologie
  1. Vermögen nach Anlagedauer gliedern: Für die jeweilige Anlage ist entscheidend, in wie vielen Jahren der jeweilige Vermögensteil zur Verfügung stehen muss. Vermögensteile, die erst in zehn oder mehr Jahren gebraucht werden, können zum Beispiel ganz in Aktien investiert werden. Vermögensteile, die innert der nächsten drei Jahren gebraucht werden, sollte nicht in Aktien investiert werden, sondern in sichere, zeitlich gestaffelte Zinspapiere. Vermögensteile mit einem Anlagehorizont von von vier bis zehn Jahren sollten einen mit dem Zeitverlauf zunehmenden Aktienanteil beinhalten.
  2. Auf verschiedene Pferde setzen: Eine Aktie allein ist stets eine reine Spekulation. Selbst ein Blue Chip, also eine Aktie eines Unternehmens mit erstklassiger Zahlungsfähigkeit und solider Basis, kann abstürzen, wenn schlechte Nachrichten eintreffen. Im Jahr 2000 etwa halbierte sich der Kurs des weltweit höchst kapitalisierten Titels Microsoft, als die staatlichen Bestrebungen zur Aufteilung des Software-Riesen begannen. Ein Instrument, um auf verschiedene Pferde zu setzen, sind zum Beispiel Aktienfonds.
  3. Ein Auge auf die Zinsen haben: Das Niveau und der Trend der Zinsen entscheiden, ob und wann man Aktien und Obligationen im Depot haben soll. Am Zinshöchststand emfpiehlt es sich, im grossen Stil Obligationen zu kaufen. Wenn die Zinsen sinken und am Rezessions-Tiefpunkt sollte man in Aktien investieren. Im Zinstief ist der Verkauf von Obligationen und Wechsel in den Geldmarkt angesagt. Während des fortschreitenden Wiederanstiegs der Zinsen sollten auch die Aktien abgestossen und ganz in den Geldmarkt gewechselt werden. Dann heisst es abwarten bis zum nächsten Zinshoch und neu mit Obligationen beginnen.
  4. Mit dem Strom oder gegen den Strom schwimmen: Gegen den Strom schwimmen, macht sich an den Extrem- oder Wendepunkten von Trends bezahlt. Also: In der Rezession, wenn die Zinsen sinken, zyklisch Aktien kaufen; in der Wirtschaftsblüte oder im Boom, wenn alle nur noch von Aktien sprechen und die Zinsen steigen, antizyklisch handeln und verkaufen. Zwischen den Extremen ist es sinnvoller, mit dem Strom zu schwimmen, auszuharren und wenig Aktivismus zu entwickeln - auch Momentum Methode genannt.
  5. "Dienstmädchenhausse" = Risiko: Wenn Aktien, Dollar, Immobilien, Zinsen, Gold (s. auch Edelmetalle) oder andere Anlageinstrumente in aller Munde sind und sogar die Frontseiten von Nicht-Finanzzeitungen zieren, ist das Ende eines Trends nahe. In einem stark gestiegenen Markt also generell eher abbauen, verkaufen und nicht noch mehr investieren. Dies gilt vor allem für Anlagen mit einem Zeithorizont von drei bis zehn Jahren.
  6. Regelmässiger Depot-Check: Man sollte sich gelegentlich fragen, ob die einzelnen Titel im Portfolio auch heute noch gekauft würden? Heisst die Antwort nein, dann sollte konsequenterweise verkauft werden. Der entsprechende Titel wird im Grunde genommen ja nur noch nach dem Prinzip Hoffnung gehalten. Ein Kompromiss lautet: Wenigstens die Hälfte der entsprechenden Anlage verkaufen und im Fall, dass schon ein Verlust entstanden ist, eine Alternative wählen, bei der der Verlust schneller wettgemacht werden kann.
  7. Spekulieren: Die wichtigste Regel beim Spekulieren lautet: Im Zweifelsfall läuft es immer schief. Deshalb sollte man mit höchstens fünf bis zehn Prozent des verfügbaren Vermögens spekulieren. Mit tendenziell tieferem Risiko wird in Bereichen spekuliert, in denen aus Beruf oder Hobby eine Informationsvorsprung vorhanden ist.
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