Börsenpsychologie

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S. auch Trading-Fallen, Anlagegrundsätze

Börsenaltmeister André Kostolany hat es bei jeder Gelegenheit betont: Die Rolle der Psychologie bei Geldanlagen und bei Börsengeschäften kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Kurz- und mittelfristig macht sie laut Kostolany an der Aktienbörse rund 90 Prozent des Geschehens aus. Es ist offensichtlich: Nicht die Nachrichten aus der Aussenwelt bestimmen die Kursentwicklung an den Börsen, sondern die Reaktionen von Millionen von Börsenteilnehmern auf diese Nachrichten.

Um diese Reaktionen vorauszusehen, nützen weder akribische wissenschaftliche Studien noch ausgetüftelte Simulations- und Computermodelle. Denn das, was man Stimmungen oder Klima an den Börsen nennt, folgt überhaupt keiner Logik. "Die Massen sind wie Alkoholiker, die oft bei guten Nachrichten weinen und bei schlechten lachen", hat Kostolany treffend bemerkt. Die von Kauf- und Verkaufshysteriewellen begleiteten Berg- und Talfahrten an den Technologiebörsen um die Jahrtausendwende sind ein gutes Beispiel dafür, dass die Anleger oft pessimistisch oder euphorisch sind, ohne einen wirklichen Grund dafür zu haben.

Es liegt deshalb auf der Hand, dass die Kurse von Aktien, kurz- und mittelfristig eigentlich nie ihrem wahren, dem so genannten inneren Wert entsprechen. Sie liegen immer entweder höher oder tiefer als dieser Wert. Die jeweilige kurzfristige Kursnotierung hängt von der Psychologie der Börsenteilnehmer ab, einer sehr unstabilen Basis also.

Erfahrene Börsianer wissen: Ein und derselbe Anleger kann über die Zukunftschancen eines Unternehmens jeden Tag eine andere Ansicht haben. Es ist schwer zu erklären, wovon diese Stimmungsschwankungen abhängen. Sicher ist nur, dass sie nichts mit der Zukunft, sondern ausschliesslich mit der Gegenwart zu tun haben. Langjährige Börsenteilnehmer haben hier unbestreitbar einen klaren Vortreil gegenüber Anfängern. "Man muss schon sehr trainiert, misstrauisch, ja sogar ein wenig zynisch und eingebildet sein, um sich den immer wieder entstehenden Phasen der Massenhysterie entziehen zu können", hat Kostolany erkannt.

Fazit: Um ein Vermögen aufzubauen, genügt zwar die konsequente Umsetzung einiger grundlegenden Regeln (s. auch Anlagegrundsätze, Trading-Fallen), doch ohne eigenständiges Denken und Handeln ist ein Erfolg möglich.

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