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S. auch Anlagegrundsätze, Börsenpsychologie

Um den eigenen Erfolg beim Börsenhandel zu steigern, müssen Privatanleger ihre Gefühle in den Griff bekommen. Nur so können Investoren die psychologischen Klippen bei der Geldanlage erfolgreich umschiffen. Die Psyche spielt Anlegern bei der Aufnahme von Informationen oft einen Streich: Man nimmt nur jene Informationen auf, die die eigene vorgefasste Meinung stützten. Neid, Gier und Angst sind aber schlechte Ratgeber. Wer die nachfolgenden Punkte beachtet, verhindert «typische» Fehler und verhindert, irrationale Entscheide zu fällen:

1) Ohne Limit ordern Vor allem bei kleinkapitalisierten Werten, den sogenannten Small Caps, mit geringen Handelsvolumina ist wichtig: unbedingt mit Limit ordern! Wer einen Kaufoder Verkaufsauftrag unlimitiert an die Börse gibt, ordert damit quasi zum nächsten Kurs – und der kann beim Kauf viel höher, beim Verkauf viel tiefer sein, als gewünscht. Man bezahlt also mehr beim Kauf und bekommt beim Verkauf weniger für seine Aktien als geplant.

2) Planloses Handeln Eine alte Börsenweisheit sagt: «Hin und her macht Taschen leer.» Wer sein Depot ständig umschichtet, zahlt hohe Spesen und verdient wenig. Es ist oft besser, sich in Geduld zu üben und eine Aktie längere Zeit zu halten, bis sich die Story entwickeln kann. Diese Geduld sollten vor allem Anfänger aufbringen, die noch keine Erfahrung mit den teilweise hektischen Schwankungen an der Börse haben und allzu oft vorzeitig das Handtuch werfen und verfrüht aussteigen.

3) Gewinne nicht laufen lassen, Verluste nicht begrenzen Nach dem Motto «lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach», steigen Anleger oft viel zu früh aus und lassen Gewinne nicht laufen. Verluste werden dagegen zu spät oder gar nicht realisiert. Im Laufe der Zeit sammeln sich so jede Menge Depotleichen an. Anleger sollten daran denken: Wichtig ist nicht der Einstandspreis, sondern die Perspektive, die eine Aktie hat. Wer Verluste begrenzen will, arbeitet mit Stop-Kursen und passt diese bei steigenden Kursen nach oben an (Trailing-Stop). Für einen Stopp gibt es aber keine allgemeine Regel. Er orientiert sich vielmehr am Sicherheitsbedürfnis und der Nervenstärke des Anlegers. Bei Einzelwerten hat sich ein Stopp von 25 oder 30 Prozent unter dem Aktienkurs bewährt.

4) Nicht der Masse hinterherlaufen Viele Anleger schauen vor einem Kursanstieg lange zu, bevor sie einsteigen, laufen den Kursen dadurch hinterher und kaufen oft nahe dem Höchstkurs. Das sind die Übervorsichtigen, die Angst haben einen bereits länger laufenden Boom zu verpassen. Erfahrene Anleger meiden solche Übertreibungsphasen in denen die Bewertungskennziffern – etwa das KGV – schon weit überdurchschnittlich hoch sind. Joseph Kennedy, der Vater des US-Präsidenten John F. Kennedy, sagte vor dem Börsencrash 1929 in der Masseneuphorie der Bevölkerung und Kleinanleger: «Wenn schon Schuhputzer an der Börse Geld machen, wird es Zeit auszusteigen.»

5) Nachkaufen Fällt der Aktienkurs unerwartet, stecken viele Anleger noch mehr Geld in eine Verlustaktie und wollen so den durchschnittlichen Einstiegskurs drücken. Anleger sollten sich aber vor dem Nachkauf fragen: Würde ich die Aktie jetzt kaufen, wenn ich sie noch nicht hätte?

6) Hausaufgaben nicht gemacht Während sich Konsumenten beim Kauf von Fernsehgeräten oder der Urlaubsreise intensiv mit den Produkten beschäftigen, kaufen viele Anleger Aktien blind ohne Prüfung des Unternehmens. Nicht selten werden nur Informationen, die der eigenen Meinung entsprechen, beachtet. Widersprüchliche Informationen werden ignoriert. Anleger sollten aber vor dem Kauf möglichst viele Informationen zu einer Aktie sammeln und bei der Entscheidung berücksichtigen.

7) Zu viel riskieren Steigen die Aktienkurse über lang Zeit von einem Hoch zum nächsten, denken Anleger, sie hätten alles im Griff. Aus Selbstüberschätzung werden sie unvorsichtig und riskieren zu viel. Börsenguru André Kostolany warnt: «An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.»

8) Recht haben wollen Läuft es nicht wie gewünscht, halten viele Börsianer an ihrer Entscheidungen fest, auch wenn die Kurse in den Keller rauschen. Viele Anleger suchen dann nach Gegenargumenten, reden die Verluste schön, um sich Fehler nicht eingestehen zu müssen, und versuchen Verluste auszusitzen. Um Emotionen und das Prinzip Hoffnung auszuschalten, sind klar definierte Ausstiegsregeln wichtig.

9) Steuern Kapitalgewinne – also Gewinne die entstehen, wenn der Verkaufskurs höher als der Kaufkurs ist – sind in der Schweiz für nicht-professionelle Investoren steuerfrei. Auf Dividenden- und Zinserträge wird von den Banken eine pauschale Verrechnungssteuer von 35 Prozent einbehalten. Diese erhalten die Anleger zurück, wenn die Dividendeneinkünfte in der Steuererklärung angegeben werden.

Quelle

  • Swiss Equity Magazin, Stock Trading Report 2011
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